Deutschland und das Baltikum sind seit Jahrhunderten historisch verbunden. Dass die Spuren dieser Verbundenheit auch heutzutage überall zu finden sind, ist vielen Menschen hingegen gar nicht richtig bewusst. In diesem Kontext werden seit längerer Zeit an verschiedenen Orten im Baltikum Beispiele dafür gesammelt, wo heute die deutsche Sprache, mit Deutschland verbundene Symbole und andere Hinweise auf deutsch-baltische Beziehungen sichtbar sind. Wichtig ist dabei, dass diese Beziehungen einerseits unterschiedlichste Epochen der Geschichte widerspiegeln – und zwar positive wie dunkle Seiten der deutschen Präsenz im Baltikum. Andererseits werden aber auch heutige Verbindungen aller Art in Kultur, Wirtschaft, Politik oder Bildung sichtbar.

Seit Beginn des Jahrtausends haben Studien zur Suche von Sprache und Symbolen im öffentlichen Raum unter dem Namen “Sprachlandschaften” bzw. “Linguistic Landscapes” oder “Semiotic Landscapes” stark an Popularität gewonnen. Wenn explizit nach Deutsch(em) gesucht wird, wird dies auch häufig unter dem Stichwort “Spot German” getan. Auch im Baltikum wurden nach diesem Ansatz verschiedene Projekte durchgeführt. Dazu gehören z.B.:

  • eine Landkarte mit Flyer des DAAD-Informationszentrums Riga, auf der Fotos mit Beispielen für Deutsches gesammelt wurden (siehe unter Downloads).
  • Studienprojekte, in denen Schüler/innen und Student/innen nach der deutschen Sprache in ihrer Umgebung gesucht und Beispiele analysiert und systematisiert haben, etwa an der Universität Tallinn. Siehe dazu verschiedene Publikationen, u.a. den Band “Linguistic Landscapes und Spot German an der Schnittstelle von Sprachwissenschaft und Deutschdidaktik”, Hrsg. von Heiko F. Marten & Maris Saagpakk (2017) oder “Linguistic Landscapes im deutschsprachigen Kontext”, Hrsg. Von Evelyn Ziegler und Heiko F. Marten (2021).
  • In Kooperation von DAAD, estnischem Deutschlehrerverband sowie der deutschen Botschaft in Tallinn entstand in der Zeit um 2014 herum eine virtuelle Landkarte (die Seite saksa-eesti.ee ist leider nicht mehr online). Ziel der Karte war, vor allem Schüler, aber grundsätzlich auch auch alle anderen an den deutsch-estnischen Beziehungen interessierte Menschen in Estland zu motivieren, sich auf die Suche nach deutschen Spuren zu machen und diese Spuren einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Eine Beschreibung des Projektes durch Signe Ilmjärv (Toila), ehem. Vorsitzende des estnischen Deutschlehrerverbandes, findet sich im Buch von Marten / Saagpakk (s.o.).

Im Rahmen des mit dem IC Riga verbundenen DAAD-Lektorat an der Universität Lettlands wurden zudem Workshops zu „Linguistic Landscapes“ organisiert. Bei Interesse an einem derartigen Workshop (online oder vor Ort) sprechen Sie uns gerne an!