Im Folgenden verweisen wir auf die unterschiedlichen Studienformen, Hochschulen, etc. in Deutschland. Außerdem informieren wir Sie zu Praktikumsmöglichkeiten und weisen auf andere Organisationen und Kooperationsmöglichkeiten hin.

Was gibt es für Studienformen?

Ein Studium in Deutschland ist möglich auf Deutsch und Englisch. Es gibt ca. 20.000 Studiengänge an ca. 400 Hochschulen. Ca. 10% davon, also etwa 2000 Studiengänge in Deutschland sind auf Englisch.

Bachelor

Erster Hochschulabschluss nach Erlangen der Allgemeinen Hochschulreife (Abitur). Die häufigsten Bachelorgrade sind Bachelor of Arts (B.A.), Bachelor of Science (B.Sc.) und Bachelor of Engineering (B.Eng.). Abschluss in der Regel nach 6 -7 Semestern.

Master

Zweiter Hochschulabschluss nach dem Bachelorstudium. Abschluss in der Regel nach 2 – 4 Semestern.

Staatsexamen

Für einige Studienfächer gibt es staatliche Prüfungen, das Staatsexamen. Bei diesem gibt es zumeist keine Differenzierung zwischen erstem und zweitem Studienabschluss. Dazu gehören medizinische Fächer, Jura und Lehramtsstudiengänge.

Andere Examina

In einigen Studienfächern und an einigen Hochschulen gibt es anderen Arten von Abschlüssen. Lesen Sie für diese bitte die individuellen Anforderungen und Richtlinien.

Duales Studium

Das Duale Studium kombiniert ein Studium mit einer Berufsausbildung oder mit Praxisphasen in einem Unternehmen. Mehr Information zum Dualen Studium finden Sie hier.

Integrierte internationale Studiengänge mit Doppelabschluss

Bachelor– und/oder Masterstudiengänge können an einer deutschen und an einer ausländischen Hochschule absolviert werden, das absolvierte Studium würde daraufhin zu beiden nationalen Abschlüssen führen (als joint degree = Verleihung eines gemeinsamen Abschlusses oder als double degree = Verleihung der Abschlüsse beider Partnerhochschulen möglich). Der DAAD fördert „Integrierte internationale Studiengänge mit Doppelabschluss“, eine Liste zu den 2020/21 geförderten Studiengängen finden Sie hier. Allerdings gibt es auch Studiengänge mit Doppelabschluss, welche nicht vom DAAD gefördert sind.

Promotion

Zum Erwerben eines Doktortitels nach dem Masterabschluss, muss eine Dissertation oder Doktorarbeit zu einer komplexen wissenschaftlichen Forschungsarbeit in einem bestimmten Fach angefertigt werden.

Mehr Informationen zu den jeweiligen Studienformen finden Sie hier.

Was gibt es für Hochschulen und was sind deren Schwerpunkte?

  • Staatliche Universitäten
    • Finanzierung aus Steuern, keine Studiengebühren
    • Schwerpunkt: theoretisches Wissen und Forschung
  • Staatliche Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) / Fachhochschulen (FH)
    • Finanzierung aus Steuern, keine Studiengebühren
    • Schwerpunkt: praxisorientierter wissenschaftlicher Ansatz zur beruflichen Anwendung
  • Hochschulen und Akademien für künstlerische Fächer
  • Private Hochschulen
    • Privat finanziert, zumeist recht hohe Studiengebühren für Student/innen
    • Schwerpunkt: oft praxisbezogene Lehre, zum Beispiel durch Praxisphasen oder Projekte
  • Berufsakademien
    • Finanzierung aus Steuern, keine Studiengebühren
    • Schwerpunkt: Studium mit starkem Praxisbezug, theoretische Ausbildung ist mit der praktischen Ausbildung in einem Unternehmen verknüpft (duales System)

Mehr Informationen zu den jeweiligen Hochschultypen finden Sie hier.

Wie hoch sind die Studiengebühren in Deutschland?

An staatlichen Universitäten und Hochschulen gibt es keine Studiengebühren (es gibt einige Ausnahmen für Nicht-EU-Bürger). Es gibt allerdings eine geringe Verwaltungsgebühr in Höhe von zumeist 50 – 100 Euro. Diese Gebühr wird Semesterbeitrag genannt. An vielen Hochschulen ist mit dem Semesterbeitrag zudem ein Semesterticket verbunden, mit dem Student/innen in der Region kostenlos Busse und Bahnen benutzen können. Damit kann sich der Semesterbeitrag auf bis zu ca. 300 Euro erhöhen.

Private Hochschulen nehmen Studiengebühren. Die Höhe der Gebühren hängt von der Hochschule und vom Studiengang ab.

Wie kann man praktische Erfahrungen in Deutschland sammeln?

Freiwillige Praktika

Das Praktikum ist nicht in der Studienordnung vorgesehen und geht in der Regel bis zu drei Monate, sodass das Praktikum nicht mit dem Mindestlohn vergütet werden muss. Längere freiwillige Praktika müssen mit dem Mindestlohn (9,50 Euro/h) vergütet werden. Meistens sind freiwillige Praktika nur während des Studiums möglich. Jedoch sind Ausnahmen möglich.

Pflichtpraktika

Praktika sind in der Studienordnung vorgesehen, gehen in der Regel bis zu sechs Monate und das Praktikum muss nicht mit dem Mindestlohn (9,50 Euro/h) vergütet werden.

Werkstudentenjob

Studentischer Nebenjob mit Bezug zum Studienfach mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 15 – 20 Stunden während des Studiums. In der vorlesungsfreien Zeit könnten die Stunden, je nach Absprache, erhöht werden und die Bezahlung entspricht mindestens dem gesetzlichen Mindestlohn (9,50 Euro/h).

Wissenschaftliche Hilfskraft (umgangssprachlich “Hiwi”)

Studierendenjobs an der Hochschule. Bezahlung entspricht mindestens dem gesetzlichen Mindestlohn (9,50 Euro/h).

Weitere Nebenjobs

Student/innen aus Estland, Lettland und Litauen haben freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt und sind den deutschen Student/innen praktisch gleichgestellt. Allerdings müssen bestimmte Versicherungsbeiträge gezahlt werden, wenn Sie mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten. Während des Studiums können Sie mit einem Nebenjob auch erste praktische Erfahrungen sammeln.

Mehr Informationen zu Praktika und Nebenjobs finden Sie hier.

Wie kann man Praktika in Deutschland finden?

Onlinejobbörsen und Karriereportale

Informationen Ihrer Hochschule

  • Praktikumsbörse Ihrer Hochschule
  • International Office Ihrer Hochschule

Welche akademischen Organisationen und Kooperationsmöglichkeiten zwischen Deutschland und den baltischen Ländern gibt es?

  • Baltisch-Deutsches Hochschulkontor (BDHK) in Riga
    fördert seit 2005 die wissenschaftliche Kooperation und den akademischen Austausch zwischen Deutschland und den Baltischen Staaten. Zweimal jährlich können über den BDHK deutsch-baltische Hochschulkooperationsprojekte gefördert werden. Mehr Informationen finden Sie hier.
  • Kontaktbüro Hochschulen Mecklenburg-Vorpommern
    fördert die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und wissenschaftlich forschenden Einrichtungen des Landes Mecklenburg-Vorpommern und der baltischen Länder. Das Kontaktbüro vermittelt unter anderem Partnerschaften für gemeinsame EU-Forschungsprojekte und den akademischen Austausch sowie berät zu Studienmöglichkeiten an den Hochschulen Mecklenburg-Vorpommerns. Mehr Informationen finden Sie hier.
  • Deutsch-Baltisches Jugendwerk (dbjw)
    basiert auf der Deutschbaltische Studienstiftung, welche den Austausch und die Verständigung zwischen jungen Erwachsenen aus Deutschland, den baltischen Staaten und Russland auf den Grundlagen von Demokratie und Menschenrechten fördert, bietet regelmäßig Stipendien, Seminare und Kongresse an und vermittelt Praktika. Mehr Information finden Sie hier.
  • Konrad-Adenauer-Stiftung
    ist mit eigenen Büros in Estland, Lettland und Litauen vor Ort vertreten. Die Konrad-Adenauer-Stiftung ist ein Verein, welcher der politischen Partei CDU nah steht. Die Stiftung informiert zu politischen Themen, unterstützt die Einigung in Europa, fördert Projekte und vergibt Stipendien. Weitere Information finden Sie auf den Websites der jeweiligen Auslandsbüros in Estland, Lettland und Litauen.
  • Friedrich-Ebert-Stiftung
    ist mit eigenen Büros in Estland, Lettland und Litauen vor Ort vertreten. Die Friedrich-Ebert-Stiftung ist eine politische Stiftung, welche sich an den Grundwerten der Sozialen Demokratie orientiert. Die Stiftung fördert Politische Bildungsarbeit, Politikberatung, Internationale Zusammenarbeit und vergibt Stipendien an Studierende und Promovierende aus Deutschland und dem Ausland. Mehr Informationen finden Sie hier.

Studium finden

Weitere Informationen zum Finden des geeigneten Studiums in Deutschland finden Sie in der Rubrik „Acht Schritte nach Deutschland“ auf unserer Website.