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Promovieren in Deutschland

Online-Wegweiser zur Promotion

Die traditionelle Form der Promotion

Die Anfertigung der Doktorarbeit, Dissertation genannt, ist das Kernstück der Promotion. Sie wird in Abstimmung mit einem betreuenden Hochschullehrer, dem Doktorvater, als eigenständige Forschungsleistung angefertigt. Da es kein Curriculum gibt, gibt es auch keine festgelegte Dauer des Promotionsstudiums und keine Anwesenheitspflicht.

Dieses sehr freie traditionelle System hat Vor- und Nachteile. Wichtig ist in jedem Fall, dass der Doktorand über ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Eigenmotivation verfügt und dass das Verhältnis zu dem wissenschaftlichen Betreuer der Dissertation eng und vertrauensvoll ist.

Strukturierte Promotionsprogramme

Seit einigen Jahren entstehen zunehmend strukturierte Promotionsprogramme, die die je individuelle Arbeit an der Dissertation mit Lehrveranstaltungen und wissenschaftlichen Veranstaltungen begleiten (Graduiertenkollegs, Graduate Schools, Promotionskollegs oder Graduiertenzentren). Viele von diesen Programmen sind international ausgerichtet. Sie bieten den Doktoranden folgende Vorteile:

  • flexible Zulassung für ausländische Bewerber
  • oft gibt es Stipendienprogramme
  • oftmals Lehrveranstaltungen und Arbeitsalltag in englischer Sprache
  • Promotion im Team, häufig an ähnlichen Forschungsprojekten, und dadurch ständiger Austausch mit anderen Doktoranden und Betreuern
  • oft Betreuungsvertrag zwischen Hochschule und Doktoranden, der jedem Doktoranden mindestens zwei Betreuer zuweist
  • Interdisziplinarität durch Beteiligung mehrerer Fachbereiche
  • Ansiedlung an forschungsrelevanten Schnittstellen der Wissenschaft
  • intensive Betreuung in institutioneller Verantwortung der Hochschule
  • verbindlicher Lehrplan
  • Vermittlung von Schlüsselkompetenzen, sog. „soft skills“, z. B. Präsentationstechniken, scientific writing etc.

Zurzeit gibt es u. a. folgende Angebote für strukturierte Promotionsprogramme:

  • Graduiertenkollegs, finanziert von der DFG
  • Graduiertenschulen, finanziert von der DFG (sog. Exzellenz-Initiative)
  • Sonderforschungsbereiche, finanziert von der DFG
  • Exzellenzcluster, finanziert von der DFG (sog. Exzellenz-Initiative)
  • „International Research Schools“ an Max-Planck-Instituten, Helmholtz-Zentren und Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft
  • Graduiertenschulen, von einzelnen Bundesländern finanziert

Mehr über strukturierte Promotionsprogramme finden Sie hier.

Mehr über Promotion in Deutschland erfahren Sie hier.

Betreuersuche

Der entscheidende erste Schritt auf dem Weg zur Promotion ist die Suche nach einem geeigneten Betreuer oder einem geeigneten Promotionsprogramm. Dazu können Sie einerseits die unter Forschung aufgeführten Datenbanken benutzen. Siehe auch diese Anleitung hier

Ein neues Hilfsmittel für die Suche nach Betreuern ist PhDGermany, eine Vermittlungsplattform zum Promovieren und Forschen in Deutschland. Hier finden Sie Promotionsangebote, die sich speziell an ausländische Bewerber richten. Über die Kriteriensuche können Sie das optimale Angebot für sich finden.

Finanzierung

Viele strukturierte Promotionsprogramme bieten auch Stipendien an. Außerdem bieten Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen Arbeitsstellen speziell für Doktoranden an. Ein nützliches Portal zur Suche nach solchen Stellen ist www.academics.de.

In jedem Fall werden Sie zur Bewerbung auf ein Stipendium oder eine Arbeitsstelle ein Forschungsvorhaben formulieren müssen. Siehe dazu diese Anleitung hier

DAAD-Stipendien für Promovenden siehe hier.

 

Zusätzliche Informationen